David Garrett XXXIII und ich: Fundstück ("Märchen aus dem Buch des Violinprinzen): Zwei Mädchen

 "Es waren einmal zwei Mädchen. Sie wohnten mit ihren Familien in einem großen Haus.

Das Haus gehörte den Eltern des einen Mädchens.

Doch das war noch nicht alles.

Um sich die Miete zu verdienen, mussten die Eltern des anderen Mädchens bei ihnen arbeiten.

Das reiche Mädchen besaß alles, was sich ein Kind wünschen kann.

Puppen, Teddies, Kleider, feine Schuhe und Schmuck.

Das eine Mädchen hatte einen Stock mit einem Fetzen Stoff als Rock.

Das war seine Puppe.

 

Und dann hatte es ein Instrument.

Eine Geige. Sie war alt, jedoch nicht viel wert.

Das Mädchen hatte es sich selbst beigebracht, darauf zu spielen, an seinem Lieblingsplatz im Wald.

Dort hörten nur die Vögel zu, und die wunderten sich, welcher fremde Vogel dort so schön sänge.

Je mehr das Mädchen übte, desto lieblicher klang die Geige.

Irgendwann wunderte sich das reiche Mädchen, dass das andere Stunden im Wald verbrachte, obwohl es seinen Eltern immer bei der Arbeit half.

Eines Tages schlich es dem anderen Mädchen hinterher.

Staunend sah es zu, wie das Mädchen spielte. Die Vögel flogen um es herum, einem Orchester gleich.

Auch am Boden tummelte sich, was im Wald so kreucht und fleucht. Da wurde das reiche Mädchen böse und trat hinter dem Busch hervor, bei dem es sich versteckt hatte.

"Wer hat Dir beigebracht, so zu spielen ?"

Das Mädchen mit der Geige wurde rot.

("Du bist anders, genau das suche ich:" (Disney: Verschlungene Wege) - Randbemerkung

"Nun, ich..." druckste es herum. "Aha, ist das also ein Zauberinstrument.. und jeder kann darauf spielen ?" fragte das reiche Mädchen.

Es nahm dem armen Mädchen Geige und Bogen weg..

und bald erfüllten schaurige Klänge den Wald.

Panisch flogen die Vögel davon, auch Dachse und Füchse, Hasen und Rehe flohen.

 

Das reiche Mädchen hörte auf zu spielen, wurde selbst rot und gab das Instrument dem anderen Kind zurück.

Es setzte den Bogen auf und spielte eine liebliche, friedliche Melodie, die die Tiere zurückbrachte.

Jahrelang hatten die Kinder nebeneinander hergelebt.

Nun wurden sie Freundinnen... und mehr.

Das reiche Mädchen hieß die andere vor beiden Elternpaaren spielen.

Danach bekamen die armen Eltern mehr Geld, sodass ihre Tochter sich ganz auf ihr Zauberspiel konzentrieren konnte.

Und die reichen Eltern taten mehr.

Sie ließen beide Mädchen in Sprachen und Verhalten bei Hofe unterrichten.

Das sprach sich schnell herum.

Der Pfarrer des Dorfes, der Gesellschafter für den Prinzen suchte, stellte die Mädchen bei Hofe vor.

Beide fanden großen Anklang.

Das Geigenmädchen wollte nirgendwo mehr ohne seine Freundin hingehen.

Sie wuchsen mit dem Prinzen zusammen auf und reisten bald gemeinsam um die Welt.

Das arme Mädchen war die Künstlerin, das reiche verschaffte ihr Auftritte und Unterkünfte.

 

Der Prinz nutzte die Zeit, um als kluger und gerechter Monarch zurückzukehren.

Das geschah vor langer Zeit.

Doch man findet immer noch die Grabsteine der Freundinnen.

Den einen ziert eine Geige, den anderen ein Zaunkönig.

[nach "Legacy" am Samstag, 22.4.2017 : "Hm, ein Tag nach meinem 36. Geburtstag. Der wurde wieder normal gefeiert. 2016 ging ""mein bester Freund""mit meinen Eltern verräterisch essen].

Tituliert als "Fragment", deswegen ist das Ende in Bleistift geschrieben.

David Garrett "Rock Revolution" Fanbox: enthält u.a. Block und Bleistift.

 

 

 

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